Lissabon, mit seinen etwa 500.000 Einwohnern,

bildet das das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Portugals. In den letzten 30 Jahren ist die Stadt allerdings auch um über 30% geschrumpft; viele sind weggezogen. Dies zeigt sich an der teilweise maroden Bausubstanz etlicher Gebäude.
In Lissabon gibt es „überreichlich“ viel zu besichtigen und bestaunen. Ich habe ein paar Attraktionen herausgegriffen.

Fangen wir mit dem Arco da Rua Augusta an. Er stellt den Eingang zur Baixa Pombalina, der nach 1755 neu gebauten Innenstadt Lissabons, dar. 1755 gab es ein schlimmes Erdbeben, bei dem ein Großteil der Lissabonner Innenstadt zerstört wurde. Nach dem Torbogen, in der Rua Augusta beginnt die Flaniermeile mit zahlreichen Boutiquen, Cafés, usw..
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In diesem Viertel ist auch der um 1900 erbaute Elevador de Santa Justa.
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Der Aufzug befördert die Besucher ins höhergelegene Stadtteil Chiado. Die 45 Höhenmeter kann man aber auch gut zu Fuß bewältigen. Zu Touristenhochzeiten ist man so auch allemal schneller, als sich bei praller Sonne in die Schlange einzureihen. Gespartes Geld und Zeit kann man oben gut in einem Café anlegen. (Z. B. dem Café a Brasileira, davon später mehr.)

Parque das Nações

1998 fand in Lissabon die Weltausstellung statt. Hierfür wurde ein ganzes Viertel errichtet. Der Parque das Nações beginnt mit dem Bahnhof Lissabon-Oriente (Gare do Oriente).
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Hier gliedern sich ein Einkaufszentrum und die weiteren Gebäude wie der Pavilhão Atlântico – eine Multifunktionshalle, der Pavilhão do Futuro – jetzt Casino und weitere an.
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Im Parque das Nações befindet sich auch das Ozenarium, das eine riesige Auswahl an Meerestieren hat und zu den größten dieser Art gehört. Schon zur Expo war es die größte Attraktion des Parks.
Leider hat an den Gebäuden des Parque das Nações schon reichlich der Zahn der Zeit genagt und auch diese haben schon von ihrem Glanz verloren.
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Die Linie 28E der Straßenbahn

(pt. „Carreira 28E dos Eléctricos de Lisboa) ist die Linie, die die Stadtteile Alfama, Baixa und Prazeres verbindet. Die auf der Linie eingesetzten historische Wagen, die engen Kurven und die teilweise steilen Strecken durch schmale Altstadtgassen machen die Tram unweigerlich für Touristen attraktiv. Tagsüber ist es zeitweise kaum möglich einen Platz in der Bahn zu bekommen. Sie startet an der Haltestelle Martim Moniz (Alfama) und fährt nach Campo Ourique (Prazeres).
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Vom Campo Ourique geht es in östlicher Richtung wieder zurück. Da sich an an der Endhaltestelle Martim Moniz zu „Touristenzeiten“ lange Schlangen bilden ist unsere Empfehlung entweder recht früh (8:00 Uhr) oder eine Haltestelle weiter (R. Palma) einzusteigen. Die Fahrt dauert ca. 40 Minuten und ist besonders früh morgens, wenn die Portugiesen noch eher unter sich sind, ein Erlebnis. Je nach Fahrer und Tageszeit bekommt die bimmelnde Bahn den Reiz einer alten Achterbahn. Für Metro und Straßenbahnen gibt es Tageskarten (Viva Viagem 6€), die auch für die 28E genutzt werden können.
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Bélem

Mit der Staßenbahn Linie 15 kommt man gut nach Bélem. (Außer am ersten Sonntag im Monat zwischen 11:00 -13:00; dann ist Wachwechsel)
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Hier gibt es reichlich Input für den ganzen Tag:
das Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymitenkloster, Weltkulturerbe)
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der Torre de Belém (Weltkulturerbe),
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der Padrão dos Descobrimentos, das Denkmal für die portugiesischen Seefahrer und Entdecker (aktuell eingerüstet)
das Centro Cultural de Belém,
das Museu da Electricidade,
das Kutschenmuseum,
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die Pastelaria „Fábrica dos Pastéis de Belém“
Die Pastéis sind die besten der ganzen Stadt; nur vier Konditoren kennen das Rezept. Im Centro Cultural befindet sich auch das Museu Coleção Berardo für moderne und zeitgenössische Kunst. Hier werden Werke von Marcel Duchamp, Man Ray, Andy Warhol, Salvador Dalí und vielen anderen gezeigt. Dank Klimatisierung und der Fülle unbedingt empfehlenswert! (Eintritt frei.)
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Der Flohmarkt

Feira da Ladra findet dienstags und samstags auf dem riesigen Gelände Campo de Santa Clara statt.
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Bei der Gelegenheit kann man auch gleich noch die Igreja de São Vicente de Fora und das Panteão Nacional besichtigen.
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Die Alfama

ist der Stadtteil zwischen dem Castelo de São Jorge und dem Tejoufer. Die verwinkelten Gassen mit einigen Aussichtspunkten und zahlreichen Treppen laden besonders in der Dämmerung zum bummeln in südländischem Flair ein.
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Kaffeehäuser und Konditoreien (Pastelaria)

Das Café a Brasileira im erhöhten Chiado ist eines der optisch besonders herausragenden Cafés. Es stammt aus der Spätzeit der Belle Époque. Hier war angeblich der Geburtsort des Bica, der portugiesischen Variante des Espressos.
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Ich habe kein Café oder noch so kleine Bar gesehen, die keine Siebträger-Maschine hatte. Hier kann man seinen Espresso oder Milchkaffee (meia de leite) mit leckeren süßen Stückchen genießen. Gerade die Konditoreien haben teilweise eigene Kreationen, die allesamt etwas Besonderes bieten.
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Der Mercado da Ribeira

direkt an der Metro/Bahnhaltestelle Cais do Sodré bietet in einer 1882 erbauten und renovierten Markthalle einen Freßtempel gigantischem Ausmaßes. Hier gibt es einfache bis gehobene Küche zur Selbstbedienung. Das Konzept wurde erfolgreich nach spanischem Vorbild umgesetzt.
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Wer schon einmal hier ist, sollte sich auch gleich noch das EDP Headquarter des Architekten Aires Mateus in der Av. 24 de Julho ansehen. 2015 erbaut, setzt das Objekt Zeichen und spielt gekonnt mit Licht und Schatten.
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Mafra, Palacio Nacional

Für uns war es ein Muss und wir empfehlen jedem Lissabon Besucher einen Ausflug nach Mafra zum Palacio Nacional. Mafra ist mit dem Mafrense Bus vom Busbahnhof Campo Grande direkt (ca. 40 min. Fahrt) zu erreichen.
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Der Palast wurde zwischen 1717 und 1755 gebaut und mit den Goldfunden der Kolonien finanziert. Er wurde als Kloster und königliche Residenz genutzt. Im Inneren gibt es über 1,200 Zimmer, die durch über 150 Treppen miteinander verbunden sind, jedoch ist nur eine kleine Anzahl an Zimmern für die Öffentlichkeit zugänglich. (Trotzdem gibt es mehr als reichlich zu sehen!)
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Zu den Highlights gehören die Krankenstation des Klosters, die königlichen Zimmer und die wahrhaft atemberaubende Bibliothek.
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Interessanter Weise waren hier tatsächlich deutlich weniger Touristen, als wir das bei dieser Attraktion erwartet hätten.

Sintra

Für die Eisenbahnen gibt es auch Tageskarten (Viva Viagem 6€), die denen der Metro gleichen, aber nur für die Bahnen bestimmt sind. Vom Bahnhof Rossio gibt es eine Linie direkt nach Sintra. Das Gebiet um Sintra gehört seit 1995 zum Weltkulturerbe. Es locken vor allem der Palácio Nacional de Sintra und das als „Märchenschloss“ bezeichnete Palácio de Pena.
Der Palácio Nacional wurde bereits im 10. Jahrhundert erwähnt und war königliche Sommerresidenz vom 14. bis zum 20. Jahrhundert. Auffällig sind vor allem die beiden 33 Meter hohen konischen Schornsteine der Küche.
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Da im Laufe der Jahrhunderte immer wieder angebaut oder verändert wurde, kam es zu einem entzückenden Stilmix.
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Sintra selbst ist ein Touristenmagnet. Das merkt man an den vielen Souvenirläden. Uns gefiel das nicht so sehr und so machten wir uns wieder auf den Weg.

Eben habe ich die „Top-10“ nochmal durchgezählt und festgestellt, dass es doch mehr als zehn Gründe gibt, die wir für Lissabon unbedingt weitergeben oder empfehlen würden…
Fest steht, dass wir irgendwann wiederkommen werden.

Hier findet ihr meine Lissabon-Galerie.