Ein Taschenmesser sollte man(n) immer dabei haben. So auch dieses kleine Gadget für den schnellen Netzwerktest.
Nach einer Kurzvorstellung bei Heise im c’t war es nun Zeit dieses Tool selbst kennen zu lernen. Preiswerte Tester gibt es leider wenig; ein Grund mehr den „Power-Bar“ unter den Testern einmal genauer zu betrachten.

In der täglichen Praxis sind als erstes ein paar Infos erforderlich, wenn man an einer unbekannten Netzwerkdose steht.
Dazu gehören:
Bekomme ich einen Link, und wenn ja mit welcher Geschwindigkeit?
Ist DHCP vorhanden, mit welchen Optionen, IPv4/IPv6?
Ist der Switch managebar, welcher Port, VLAN und evtl. die Management IP?
Gibt es eine direkte Internetverbindung?
Liegt PoE an, welche Spannung/Leistungsklasse?

Die letzte Frage bleibt das Netool leider schuldig, aber die anderen beantwortet es weitgehend spielend. [IPv6 wird nur rudimentär angezeigt.]

Geliefert wird alles nötige in einer kleinen Schachtel.

Das fehlende Display befindet sich im Mobiltelefon, das heute jeder sowieso in der Tasche hat. Die passende App gibt es in den Geschacksrichtungen Android und iOS. Beide funktionieren identisch. Als Beta gibt es für MS-Windows eine Java basierte Version, die bei meinen Tests auch recht gut funktionierte.

Integriert ist ein Akku, der einige Stunden Betrieb sichert. Der Akkuzustand wird duch kurzes Drücken des Einschaltknopfes mit 4 LEDs angezeigt.

Zum Ein- bzw. Ausschalten den Knopf ca. 5 s drücken. Eine blaue LED geht in Dauerlicht, um dann etwas später zu blinken, und dann wieder dauernd zu leuchten. Jetzt bootet das Betriebssystem. Der Riegel funktioniert ähnlich wie ein Router und spannt sein eigenes WLAN auf. Bereit ist es nach knapp über einer Minute. Die SSID des WLAN lautet Netool-xxxx.
Es hat sich gezeigt, dass es am Besten ist in den Einstellungen des Telefons „nicht mehr fragen“ anzuhaken, wenn angezeigt wird, dass kein Internetzugriff besteht. So wird verhindert, dass das Mobilgerät das WLAN wechselt und kein Zugriff mehr auf das Netool erfolgen kann.

Nach Start der App beginnt diese sofort mit der Suche nach dem Netool.

Manchmal ist die Prozedur etwas hakelig, aber wenn beide „gekoppelt“ sind funktioniert alles weitere. Wird es nicht gleich gefunden, kann auch eine Verbindung über die IP 192.168.42.1 versucht werden. Mir scheint, alle Netools benutzen diese.

Links neben der blauen Betriebs-LED ist noch eine grüne LED. Diese leuchtet, wenn das Tool einen Link bekommt.

Die Messung muss nicht extra angestoßen werden, das Netool legt sofort los:

Alle Ergebnisse werden übersichtlich in einer Ansicht gezeigt.
So sieht das dann exemplarisch aus:

Das Netool kann selbst nur 100Mbit, der Link-Speed wird entsprechend der Angebote des Switches per Auto-Negotiation angezeigt.
Managebare Switches werden mit LLDP (Link Layer Discovery Protocol), CDP, EDP sowie FDP (Cisco, Extreme, Foundry Discovery Protocol) oder SONMP (SynOptics Network Management Protocol) ausgelesen und angezeigt.
Das Netool zeigt das Gefundene automatisch an. Will man das Protokoll explizit auswählen geht das über die Einstellung „Toggle Switches“
Dort verbergen sich auch noch ein paar andere Schalter, die interessante Abfragen ermöglichen:
Tagged VLAN discovery – gibt es weitere VLANs auf diesem Port?
LACP discovery – gibt es auf diesem Port eine Link Aggregation (Bündelung)?
Spanning Tree discovery (STP) – das Ergebnis wird in einem extra Fenster angezeigt.

Hier noch ein Screenshot des Einstellungsmenüs:

Wie es sich für ein modernes Geräte gehört, gibt es auch eine Cloud-Anbindung. Aktiviert man diese im Einstellungs-Menü wird eine Cloud-ID generiert. Abgerufen werden kann das Tool dann unter https://cloudid.netool.cloud/. Cloudid ist mit der individuellen ID zu ersetzen; sonst wird die Demo gezeigt .

Die Anleitung gibt es nur in englisch und nur online:
https://netool.io/ne1userguide/

USB-Tethering ist wohl noch im Beta-Stadium; bei mir hat es weder mit zwei Androiden (V. 7 & 10; beide können auch OTG) noch mit dem iPhone funktioniert. Immerhin wird das Mobiltelefon vom integrierten Akku gelanden. [Also doch auch ein kleiner Power-Bar.]

Das Tool wird stets weiterentwickelt, aktualisierte Firmware und Apps gibt es bereits seit ein paar Jahren. Aktuell nutze ich Firmware build 96 und App Version 2.1.0. Jüngst wurde auch eine Pro-Version veröffentlicht, die in die Switch-Konfig eingreifen kann.

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