Nachdem in einem heimischen Zimmer ein Andoid-TV „heimisch“ wurde, musste eine geeignete Antenne her. Funktionierendes WLAN ist super für einen guten „Empfang“ diverser Mediatheken. Aber als Mitglied der Generation, die gerne auch mal einfach nur durch das Programm zappt, musste eine Antenne her.

Seit etwa 2017 wurde der alte DVB-T Standard durch den neuen DVB-T2 HD ersetzt. Es sind knapp 40 Programme in ausgewählten Ballungsräumen überwiegend hochauflösend in HD (1080p50) zu empfangen. Hierbei handelt es sich jeweils rund zur Hälfte um frei empfangbare öffentlich-rechtlichen Programme und verschlüsselte private Programme auf der freenet TV-Plattform. (Letztere sind für mich jedoch eher uninteressant.)

Die Satelliten-Leitung zum Standort des Andoid-TV hin zu verlängern ist eher aufwändig. Also habe ich mir den Empfang von DVB-T vorgenommen. Fertige Antennen gibt es in verschiedenen Preisklassen und haben teilweise sehr unterschiedliche Kritiken. Da ich kein Freund von Rücksendungen bin, habe ich mich entschieden einen ersten Selbstbauversuch zu starten.
Um es vorweg zu nehmen – mit Erfolg.

Hier die Liste der empfangbaren Sender:
http://www.dvb-t2hd.de/files/Programmbelegung_DVB-T2_HD_2020.pdf
und der Empfangscheck:
http://www.dvb-t2hd.de/empfangscheck/empfangscheck
Dieser ergab eigentlich „An ihrem Wohnort benötigen Sie aktuell eine Außenantenne.“

Nachdem die Recherche etwas umfangreicher war, möchte ich hier mein Ergebnis teilen. Vor allem habe ich bisher keine komplette Anleitung für den neuen Standard DVB-T2 gefunden.

Schritt 1:
Die Tabelle der Frequenzen nach dem nächsten Senderstandort durchsuchen:
http://www.dvb-t2hd.de/files/Senderstandorte_und_Kanaele_(Stand_Februar_2019).pdf
Bei mir in der Nähe von Karlsruhe sind das die Kanäle 27, 21 und 41 mit den Frequenzen 522, 474 und 634 MHz für die Öffentlich-Rechtlichen. [Im Nachhinein stellte sich für das ZDF Kanal 31 bzw. 570 MHz heraus.]Daraus habe ich einfach den Mittelwert gebildet und bin mit 554 MHz in die Berechnung.

Schritt 2:
Hier haben uns die netten Kollegen der Amateurfunker ein super Tool an die Hand gegeben:
http://w4.vp9kf.com/moxon_design.htm
Ich habe aus alten Halogen-Lampen noch Stäbe übrig, diese werde ich verwenden. Mit dem Meßschieber einen Durchmesser von 3 mm ermittelt und zusammen mit den 554 MHz zur Berechnung eingegeben.

Schritt 3:
Der Aufbau. Hier die Skizze der Berechnung:

Montiert habe ich die Stäbe auf einem Stück Schrankrückwand mit Kabelbindern. Da man die Enden nicht löten kann, habe ich mit kleinen Schräubchen Lötösen angebracht.
Kabel ist ein Stück übliches 75 Ohm Antennenkabel mit dem passenden Stecker am anderen Ende.

Schritt 4:
Test und Ergebnis. Die Antenne habe ich vor dem Fernseher auf das Sideboard gelegt und gespannt den Sendersuchlauf gestartet. Nachdem der Empfangscheck eine Außenantenne empfiehlt, hatte ich wenig Hoffnung auf Erfolg. Zunächst sah es auch gar nicht erfolgreich aus, aber dann hat der Fernseher doch alle erwarteten Sender gefunden.
Ergebnis:
ARD 522MHz – ca. 76% – Signal 100%
Dritte 474 MHz – ca. 60% – Signal 100%
ZDF 570 MHz – ca. 68% – Signal 100%
Pro7/Sat1 – auch kein Problem (habe kein CI Modul)
freenet – ebenfalls.

Schritt 5:
Durch Ausprobieren die beste Lage finden, auch können die Stäbe zueinander noch leicht etwas bewegt werden. Stimmt alles, die Stäbe mit Kleber fixieren und unauffällig hinter dem Fernseher oder Schrank platzieren. Wie im Foto ersichtlich, sind tatsächlich 90% möglich.

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