Heute möchte ich meinen Liebling der 1980er Jahre vorstellen.
Als sie herauskam, war ich so begeistert, dass ich mich beeilte das Geld zusammen zu sparen. Technisch hatte sie alles in sich vereint, was damals machbar war – außer Autofocus. Letzterer war für mich (damals) absolut uninteressant. Auch heute fokussiere ich in besonderen Situationen gerne manuell.
Das Design stammte von Luigi Colani (der übrigens auch einige Zeit seines Lebens in Karlsruhe gewohnt hat). Gerüchte sagten damals, dass er mit dem legendären Design auch bei Leica vorstellig wurde. Für Leica war das aber zu modern und abgefahren und so hat sich Canon das richtungweisende Design zu eigen gemacht.
Damals waren die Kameras überwiegend kantige Briketts und wenn Tasten, dann „up“ und „down“ zum durchtippen. Das war total nervig. Die T90 bekam ein gummiertes Scrollrad, das heute noch üblich und selbstverständlich ist.
Außerdem war der Korpus so, dass die wichtigen Bedienelemente genau dort waren, wo auch die Finger liegen.
Technisch hatte sie einen Winder an Bord, der bis zu 4,5 Bilder schaffte. Außerdem die geniale Spotmessung, die den Mittelwert aus bis zu acht Messungen bilden konnte. Zur Anzeige dafür hat sie extra ein LC-Display rechts im Sucher. (Mit extra Beleuchtung bei Nacht.) Und sie ist eine der wenigen Kameras, die über die DX-Codierung die Anzahl der Bilder des Films erfasst hat. Die letzten hat sie dann im Display herunter gezählt. Als Batterien nutzt sie preiswerte AA-Alkali Zellen und die reichten für mindestens 20 Filme. Das Kunststoff-Gehäuse war auch revolutionär. Keiner traute ihm eine halbwegs lange Haltbarkeit zu. Was soll ich sagen – kein Riss, keine Probleme bis heute.

Datierung: 1986
Technische Daten:
Gehäusematerial: Kunststoff
Maße: B 15,1 cm x H 12,1 cm x T 6,9 cm
Gewicht: 800g (ohne Batterie)
Sucherkamera, 35mm Kleinbild-Film
Standard-Optik: Canon FD 1:1.4/50 mm
Metallschlitzverschluss, kürzeste Verschlusszeit 1/4000 Sekunde
DX-Codierung 6-6400, ISO ohne DX Codierung einstellbar
Energiequelle: 4x AA Alkali Batterien

Einen Wermutstropfen gibt es leider. Ich habe mich zu wenig um sie gekümmert. Bei chronischer Nichtnutzung gibt es ein Problem mit dem Verschluss. „EEE“ steht dann oben im Display. Leider waren meine Reparaturversuche bisher erfolglos…

Wie immer, auch hier wieder interessante Links:
T90 im Canon Museum
https://cameragx.com/2017/07/06/the-canon-t90/
https://www.mikeeckman.com/2020/10/canon-t90-1986/
https://cameralegend.com/tag/canon-t90-review/
Scan des Original-Prospekts von 1986 (Leider hatte ich es damals gelocht.)

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